Mit tiefer Trauer und großer Dankbarkeit nehmen wir Abschied von Dr. Helmuth Weidemeyer, einem ehemaligen Schüler (1954 – 1963) und außergewöhnlichen Lehrer (1971 – 2009) sowie Freund der Melanchthon-Schule Steinatal. Dr. Weidemeyer unterrichtete nicht nur die Fächer Französisch und Englisch, sondern wurde als warmherzige, hochmotivierte und motivierende Lehrerpersönlichkeit und als wahres Vorbild für Generationen von Schülern, Schülerinnen, Lehrkräften und Lehramtsauszubildenden hoch geschätzt.

Im Zusammenhang mit seiner Einschulung in die Melanchthon-Schule soll er bereits bemerkt haben, dass er mit fünf Jahren beschlossen habe, Lehrer zu werden. Seine Leidenschaft für den Lehrberuf ging weit über das Klassenzimmer und seiner fachlichen Expertise hinaus. Sei es die Schülerschaft, die jungen Kolleginnen und Kollegen im Vorbereitungsdienst oder das festangestellte Kollegium – sie alle „konnten seine Vorstellung von beruflicher Entfaltung, familiärer Verwurzelung, gesellschaftlicher Partizipation und einen hohen Grad an Identifikation mit der ihm zum Beruf gemachten pädagogischen Aufgabe spürbar erleben.“ (zitiert nach Christel Ruth Kaiser, Schulleiterin i.K.i.R der MSS). Dr. Weidemeyer sprach zuweilen davon, sein „Hobby zum Beruf“ gemacht zu haben und setzte sich mit einer beispiellosen Hingabe und Freude an den Menschen und an der Sache immer wieder für die äußerst erfolgreiche Bearbeitung fachlicher und pädagogischer Herausforderungen ein.

Als Studiendirektor und Mitglied der Schulleitung, Fachleiter für neue Sprachen (Schwerpunkt Französisch) am Studienseminar in Marburg sowie als Schulseminarfachleiter an der Melanchthon-Schule prägte Dr. Weidemeyer das Schulleben der Melanchthon-Schule über viele Jahrzehnte hinweg maßgeblich mit. Seine hohe Identifikation mit den pädagogischen Aufgaben des Lehrerberufs und sein unermüdlicher Einsatz für die Schule und ihre Gemeinschaft waren beispielhaft und inspirierend.

Dr. Weidemeyer war nicht nur ein herausragender Lehrer, sondern auch ein überaus engagierter Bürger und Ehrenamtler. 2005 wurde er mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen, unterzeichnet vom damaligen Ministerpräsidenten Roland Koch, für seine langjährigen ehrenamtlichen Leistungen gewürdigt. Seinem großen ehrenamtlichen Engagement haben u.a. zahlreiche Schülerinnen und Schüler der Melanchthon-Schule Steinatal über Jahre hinweg sehr erfreuliche und gewinnbringende Begegnungen mit der von ihm gegründeten Partnerschaft Neukirchen-Longpont-sur-Orge zu verdanken.  

Helmuth Weidemeyers unendlich groß erscheinende Liebe zum fremdsprachlichen Unterricht und zum Lehrberuf endete nicht mit seiner Pensionierung im Jahre 2009. Zehn Jahre nach seiner Pensionierung promovierte Helmuth Weidemeyer an der Philipps-Universität in Marburg zum Thema „Fremdsprachliche Didaktik im Vergleich und ihre Bedeutung für die Praxis“.

In dieser Zeit des Abschieds teilen wir unsere tiefe Trauer mit seiner Ehefrau, seiner Familie, seinen Freunden und allen, die das Glück hatten, ihn zu kennen. Wir wissen seine Verbundenheit mit der Melanchthon-Schule Steinatal und seine Begeisterung für den Lehrberuf sehr zu schätzen.

Im Namen des Kollegiums und der Schulleitung, Dr. Anke Holl und Martin Michel in Gedenken an Dr. Helmuth Weidemeyer.

„Ach hätte ich…!, Ach wäre ich…“
sind Worte ohne Taten.
Ein kräftiges „Jetzt mache ich!“
wirkt wie im Land der Spaten.

(Dr. Helmuth Weidemeyer)