Liebe Schulgemeinde,

heute hätten wir unseren Schulgottesdienst vor den Osterferien gefeiert. Die Vorbereitungen liefen schon lange. Die AG Gestaltbar hatte schon bereits einige Ideen parat. Lieder wurden ausgewählt und geübt. Nun kam es anders.

Meist feiern wir unseren Schulgottesdienst vor den Osterferien ja direkt vor der Karwoche. Einige Christinnen und Christen gestalten die Karwoche besonders ruhig, leise und still. Der Höhepunkt ist Karfreitag, der auch schon mal „Stiller Freitag“ genannt wird. Ganz ehrlich – Stille war schon genug, oder?

Und unsere Gottesdienste an der Schule drücken ja doch auch etwas anderes aus: Da wird von vielen miteinander im Gottesdienst musiziert, Anspiele werden vorgetragen, vielleicht ein Musikvideo geschaut und für heute verständlich gemacht, da spielt schon mal eine Band, da passiert auch hier und da ein Fehler, da darf gelacht werden, da darf gebetet werden, mitgeklatscht und mitgesungen werden und - und wir stellen uns gemeinsam unter den Segen Gottes. Mit Freude und mit Gott gehen wir so in die Osterferien.

Um es kurz zu sagen: Einen solchen Gottesdienst, der Lebensfreude schenkt, darauf hätte ich große Lust gehabt.

„All eure Sorge werft auf ihn, denn er sorgt für euch!“ Das ist mein biblischer Text, um gestärkt in die Osterferien zu gehen. „All eure Sorge werft auf ihn, denn er sorgt für euch!“ (Die Bibel, 1. Petrus 5, 7)

Ja natürlich, das hört sich zuerst nach Karwoche an. Die Sorgen auf Jesus Christus werfen – der mit „ihn“ natürlich gemeint ist. Sämtliche Last, die das Leben schwer macht, hat bei Jesus Christus ihren Ort. Natürlich ist es richtig, jetzt an das Kreuz zu denken als Ort der Vergebung unserer Schuld und Sünden.

„Er sorgt für euch!“ – so geht der Satz von Petrus weiter. Wie gut es tun kann, dass man um Gottes Beistand weiß, drückt sich ganz gewiss in den Kerzen, die wir entzünden, im zugesprochenen Segen und im gemeinsamen Vaterunser aus. Aber daneben gibt es noch viele andere Möglichkeiten, in den Genuss göttlicher Fürsorge zu kommen.

Keine Frage, gegenwärtig suchen wir nach Fülle in unserem Leben, Lebensfülle. Christinnen und Christen glauben, dass Gott sich in Momenten der Fülle verbirgt. Sich also genau darin zeigt. Einen solchen Moment habe ich im wahrsten Sinne des Wortes vor Augen.

Gleich sehe ich mir in der ZDF-Mediathek zur Feier des Tages eine Archivperle an – also ein historisch bedeutsames Fußballspiel. Mein Gute-Laune-Konto füllt sich wieder an, es wird aufgeladen. Gott, der Geber des erfüllten Lebens, hebt meine Stimmung. Bei meiner Frau lädt Gott das Gute-Laune-Konto anders auf. Abba-Songs sind nicht so meins. Aber Hauptsache: Laune gut, Fülle gut. Bei anderen ist es der selbstgebackene Kuchen, ein Grillen auf der Terrasse zu Hause, meinetwegen auch der dritte Cappuccino am Tag oder halt einfach die Lektüre eines guten Buches. Oder, oder, oder…

Darf man in solchen schwierigen Zeiten so reden von Gottes Fülle und seinem Sorgen für uns? – Ich glaube: Man muss sogar. Weil Gott uns als Fülle begegnet. Als Fülle, in dem was wir als Menschen erleben und erfahren. Gerade wenn die Zeiten so sind, wie sie sind. Gott sorgt für uns, das Leben als erfüllt wahrzunehmen – selbst in irritierenden Zeiten. Es gibt kein Grund sich zu sorgen. Gott sorgt. Amen.