Im Mai 2022 haben die Schülerinnen und Schüler der Klasse 10 der Melanchthon-Schule im Rahmen eines Projekttages einen Einblick in die wechselvolle Geschichte des Ortes Trutzhain erhalten.

Nach einer kurzen Wanderung zur Gedenkstätte in Trutzhain begann der Tag mit einem Vortrag von Daniela Forst über die historische Bedeutung des Ortes als NS-Gedenkstätte. Die Schüler/-innen erfuhren die Entwicklung Trutzhains vom Kriegsgefangenenlager STALAG IX A Ziegenhain zum Internierungslager der US-Armee (1945-1946) bis hin zum Lager für Displaced Persons, v.a. osteuropäischen Juden, das später zur „Flüchtlingssiedlung“ Trutzhain wurde (1948-1951). Besonders bewegte die Schüler/-innen das Schicksal der Kriegsgefangenen aus ganz Europa, deren Alltag von Zwangsarbeit und Entbehrungen geprägt war. Insbesondere die sowjetischen Kriegsgefangenen litten unter menschenunwürdigen Bedingungen, die den Schüler-/innen durch einen Film mit Aussagen von Zeitzeugen veranschaulicht wurden. Nachdem die Klassen die Dauerausstellung des Museums erkundet hatten, gingen sie auf Spurensuche im Ort und besichtigten auch die Kriegsgräberstätte auf den Waldfriedhöfen. Hier wurde die Bedeutung des Ortes für die Erinnerungskultur – auch und vor allem für heutige Generationen – deutlich. Auch hier beschäftigte die Schüler/-innen besonders der Umgang mit den toten sowjetischen Kriegsgefangenen in den zahlreichen Massengräbern, die erst Jahrzehnte später ein würdiges Andenken erhalten sollten.

Wir danken Daniela Forst und Karin Brandes für die abwechslungsreiche und interessante Gestaltung dieses Tages!