Über 5500 Höhenmeter – in Sichtweite über 100 Berggipfel – mindestens 30 Blasenpflaster – 15 Bücher  – 5x3 Schweinebraten mit Knödel – 8x Kraft- und Ausdauertraining und viel Biologie und Geschichte

Nach einer Zugfahrt mit Verspätungen aufgrund technischer Probleme „und so weiter“ und einer Ankunft bei Regenwetter im Dunkeln, ließ die Herbstsonne uns bei unseren Kurz- und Langstreckenwanderungen kaum noch im Stich.

Die Gruppe beschloss täglich im Plenum die Planung für den folgenden Tag und orientierte sich dabei an persönlichen Wünschen. Nach gemeinsamen Touren, die jeweils in der Verantwortung eines der Gruppenmitglieder lag, standen auch Nachmittage zur Verfügung, die nach jeweiligem Interesse verbracht werden konnten – entweder mit zusätzlichen Wanderungen (Manche waren nach einer kürzeren Tour einfach nicht ausgelastet!) oder mit Shoppingtouren in Berchtesgaden oder später auch in München.

Nachdem der Aufstieg zum Carl-von-Stahl-Haus mit über 1000 Höhenmetern in weniger als 3 Stunden (mit Gepäck! – Na ja Frau Fernholz nutze für ihr Gepäck die Gondel;) erfolgte, stellte die Wanderung zum Hohen Brett (2340m) an einem der folgenden Tage den Höhepunkt der Fahrt dar. Durch eine fantastische Aussicht wurde das Kraxeln und Klettern belohnt.

Weitere Highlights waren die Bootstour über den Königssee, von wo aus man die Berge, die deutlich eine schlafende Hexe erkennen ließen, sehen konnte, sowie die anschließende Wanderung um den Obersee zum höchsten Wasserfall Deutschlands und danach zur sogenannten Eiskapelle, einer aus Gletschereis bestehenden Höhle.

Neben Sport und Biologie durch die Erkundung der Flora und Fauna (u.a. Feuersalamander, Vierfleckkreuzspinne, Schlangen, Gämse und Alpendohlen) war das Fach Geschichte zentral bei dieser Studienfahrt.

Da wir uns am Obersalzberg aufhielten, haben wir diesen historischen Ort durch eine beeindruckende und sehr anschauliche Führung näher kennengelernt. In einer Buchhandlung entdeckten daraufhin einige Schülerinnen u.a. den Roman „Der Junge auf dem Berg“ von John Boyne, der uns auf literarische Art und Weise in die Zeit des Nationalsozialismus auf dem Obersalzberg hineinversetzte. Dieser Roman wird von den Schülerinnen als Lektüre für die Zugfahrt nach bzw. für den Aufenthalt in Berchtesgaden sehr empfohlen.

In München war ein Teil der Gruppe zusätzlich in Dachau, ein anderer Teil im NS Dokumentationszentrum München, das anschaulich durch Film, Fotos, Ton und Erklärungen die Zeit von 1900 bis 1950 lebendig werden lässt.

Die Schrecken der NS-Zeit standen im krassen Gegensatz zu der wunderschönen friedlichen Bergwelt um den Königssee in Berchtesgaden. Es ist so unvorstellbar, dass an so einem einladend freundlichen Ort so viele vernichtende, feindselige Ideen entstanden sind.

Wer vor Ort mehr über die NS-Zeit erfahren, wer sich gerne bewegt und auch mal an seine Grenzen kommen möchte, wer eine in allen Farben glänzende Bergwelt sehen und wer die Gemeinschaft bei Wanderungen und gemeinsamen Abendveranstaltungen erleben möchte, der ist bei dieser Studienfahrt nach Berchtesgaden an den Königssee gut aufgehoben.

Viele Grüße von den diesjährigen Mitfahrer*innen der Q3 (Anna, Mira, Lea, Julia, Max, Lucius), Herrn Kebben und Frau Fernholz

Einen ganz besonderen Dank gilt Herrn Strauch, der die Fahrt im Vorfeld geplant hat, leider aufgrund einer Verletzung nicht mitfahren konnte (Wir haben jeden Tag an Herrn Strauch gedacht!!!)