Besuch des Hessischen Landtags am 13.11.2025
„Politik mit und für junge Menschen gestalten“ - Das war das Motto der 10. Klassen der Melanchthon-Schule Steinatal, die am 13.11.2025 die Möglichkeit hatten, im Hessischen Landtag in Wiesbaden politische Debatten und Diskussionen zu erleben, um im Anschluss sogar mit Abgeordneten ins Gespräch zu kommen.
„Es ist wichtig, junge Menschen mitzunehmen“, so antwortete Grünen-Abgeordneter Christoph Sippel auf die Frage, wie man Jugendliche aktiv in die aktuellen Geschehnisse der Politik miteinbeziehen und integrieren kann. Damit unterstrich er die Haltung der deutschen Politik zum Thema Jugendförderung. Nicht nur ihm wird bewusst sein, dass der Nachwuchs die Zukunft unseres Landes ist, auf ihn wird man zählen müssen, wenn es gilt, die später auftretenden Probleme zu bewältigen, politisch und gesellschaftlich gesehen.
Grund genug für die Melanchthon-Schule, die Exkursion zum Hessischen Landtag, eigens „Herzkammer der Demokratie“ genannt, stattfinden zu lassen. Lehrkraft Anke Kurz erläutert: “Der Besuch des Hessischen Landtags war für unsere Schülerinnen und Schüler eine wertvolle Gelegenheit, demokratische Prozesse hautnah zu erleben.“
Der Besuch war in mehrere Programmpunkte eingeteilt. Nach einem knapp 45-minütigen Vortrag, indem die Grundwerte von Demokratie und der systematische Aufbau des Landtags erläutert wurden, durften die Klassen anschließend einige Minuten lang auf der Zuschauertribüne des Plenarsaales Platz nehmen, um von dort aus eine Debatte zum Thema -Drohnenabwehr- zu verfolgen.
Politik funktioniert, wenn man seinem Gegenüber zuhört, einem selbst aber ebenso zugehört wird. Aus diesem Grund wurde zum Abschluss der Exkursion eine Konferenz veranstaltet, in der die Schüler die Gelegenheit hatten, den vorne Platz nehmenden Politikern, jeweils ein Abgeordneter jeder Fraktion, einige Fragen zu stellen. Diese durften sowohl ausformuliert als auch kritisch gestellt sein, hier gab es keine Einschränkungen von Seite der Organisatoren. Die Abgeordneten, stets aufmerksam zuhörend, antworteten ausführlich, auf Kritik wurde sachlich eingegangen. Einige Lernende verspürten sogar den Drang, bei bestimmten Themen mitdiskutieren zu wollen, so auch Cornelia Geist. „Ich hatte das Bedürfnis, die Aussage einiger Politiker*innen kritischer hinterfragen zu können, um die Aussagen einzelner Parteien auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu überprüfen“, erinnert sie sich. Die Aussage zeigt: Es gibt genügend Jugendliche, die Interesse an politischen Themen aufzeigen und sich einbringen wollen. „Da laden wir ganz herzlich ein, mitzumachen“, erwähnte Wiebke Knell, FDP-Fraktion.
Wer nicht gewillt ist, aktiv Politik zu betreiben, hat nichtdestotrotz die Möglichkeit, sich an demokratischen Prozessen zu beteiligen, auch mithilfe von Landtags-Wahlen, die alle fünf Jahre stattfinden. Wahlberechtigt sind hierzu alle deutschen Bürger, die ihr 18. Lebensjahr vollendet haben. Diesbezüglich wurde von einem Schüler gefragt, ob es sinnvoll wäre, die Altersgrenze zu verschieben, um mehr jungen Bürgern die Möglichkeit zu geben, wählen zu gehen. Hierbei gab es jedoch gemischte Gemüter auf Seiten der Fraktionen. Während zum einen bei jener Gesetzesänderung die Chance gegeben wäre, jungen Menschen Verantwortung zu übertragen, wurde ebenfalls argumentiert, dass viele Jugendliche im zarten Alter noch nicht reif genug seien, die Wahlentscheidung gewissenhalt zu fällen.
Dennoch: Auch ohne Wahlrecht für Minderjährige gibt es andere Möglichkeiten, sich politisch zu engagieren: Neben oft stattfindenden Jugendkongressen kann man mithilfe von Praktika in staatlichen Organisationen, bspw. in einem Gericht oder eben dem Hessischen Landtag, sein Verständnis von Demokratie ausprägen.
Kurz blickt positiv auf die Exkursion zurück: „Ich bin überzeugt, dass dieser Besuch langfristig einen bedeutenden Beitrag zur politischen Bildung unserer Schülerinnen und Schüler leistet.“ Auch bei diesen ist der Tag gut in Erinnerung geblieben, Schüler Philipp Dörrbecker findet: “Ein Besuch des Hessischen Landtags ist eine wichtige und empfehlenswerte Exkursion für zukünftige Klassen“. Ein guter Weg also, um weitere Jugendliche für Politik zu begeistern.
(Text: Paul Kaltschnee, 10a)